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Materialseilbahnen & Sprengmasten weltweit in Verwendung
Reichenbach im Kandertal: 80-jähriges Firmenjubiläum der Wyssen Seilbahnen AG
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1926 gründete Jakob Wyssen sen. das Seilbahnunternehmen in Reichenbach im Kandertal. Nach weltweitem Erfolg mit Seilwinden und Laufwagen hat sich das Schweizerische Unternehmen einen Ruf als Experte für die Lawinensicherung von Skipisten und Straßen gemacht.
Beginn mit Sägerei und Holztransportseilbahnen hin zu Seil- und Bergbahnen
Mit einer mobilen Holzsägerei gründete der Großvater der heutigen Unternehmergeneration Jakob Wyssen sen. vor 80 Jahren den Betrieb, spezialisierte sich auf den Bau von Holztransportseilbahnen und errichtete 1957 das Werk in Reichenbach. Die ersten Kunden waren Betriebe aus der Forstwirtschaft, die immer noch das Kerngeschäft der Firma darstellen. Sehr bald jedoch konnten die Seilbahnunternehmer die Seilwinden, Laufwagen und Material-Einseilbahnen des ursprünglich auf die Forstwirtschaft spezialisierten Unternehmens für den Transport des Materials beim Bau von Bergbahnen gut gebrauchen.
Schwerpunkt Seilwinden, Kräne und Materialseilbahnen
Für die anspruchsvollen Materialtransporte beim Bau von Bergbahnen, Ski- und Sesselliften, Bergrestaurants sowie auch von Gasleitungen und anderen Druckleitungen werden Materialseilbahnen der Fa. Wyssen weltweit verwendet. Zu den Standardprodukten zählen Seilwinden, Laufwagen, Motorseilkrane und Einseilbahnen. Die Seilwinden dienen zum Antrieb von Seilbahnen als Zug- oder Bremsmaschine. Die Laufwagen werden am Tragseil mit Hilfe des Zugseiles durch die Seilwinde bewegt. Die zu transportierende Last wird am Laufwagen angehängt und entlang der Seillinie befördert. Motorseilkrane sind mit einem Motor ausgestattet, um das Hubseil, das auf dem Wagen einer Trommel aufgewickelt ist, zu bewegen. Diese sind vorwiegend auf Baustellen in Einsatz. Einseilbahnen sind selbstfahrende Geräte für kleinere Lasten bis zu 500 kg Nutzlast. Wyssen bietet auch Seilbahn-Zubehör für die Montage, Wartung und den Betrieb der Seilbahnen wie Seilspannvorrichtungen, Seilbahnmasten, Seilklemmen, Sicherheitsgurte, Seilrollen usw. an.
Lawinenschutz- Experten
Seit rund zehn Jahren beschäftigt sich die Firma Wyssen mit Lawinenschutz und hat dafür die Wyssen Lawinen–Auslösesysteme entwickelt. Der Lawinen-Sprengmast ist ideal für abgelegene großflächige Gebiete. Auf dem im Lawinen-Anrissgebiet installierten Mast wird mittels Helikopter der Magazinkasten mit zwölf Ladungen zu 5 kg Sprengstoff aufgesetzt. Die Auslösung der Lawine wird Wetter-unabhängig durch Funk ferngesteuert vom PC aus vorgenommen. Die Zündung der abgeworfenen Ladung wird während des Falls aktiviert. Die Ladung detoniert zeitverzögert an der Halteschnur über der Schneeoberfläche und kann einen Wirkungsradius bis zu 130 m haben. Die Anlage arbeitet autonom und wird von einer kleinen Solar-Anlage versorgt. Ein weiteres Produkt für die Lawinensicherung bietet Wyssen mit dem Ladungsabwerfer für Sprengseilbahnen an. Eine Gondel für zwei oder vier Ladungen zu 5 kg Sprengstoff wird an einer Sprengseilbahn befestigt und an die gewünschte Abwurfposition gebracht. Der Ladungsabwurf wird über Funkfernsteuerung durchgeführt. Die Zündung löst sich erst beim Abwerfen.
Seit kurzem bietet Wyssen den Avalancheur, eine Gasdruckkanone, die Pfeilgeschosse mit 2 kg Sprengstoff bestückt bis zu 2 km weit in das Anrissgebiet treibt. Aufgrund der kleineren Sprengstoffmasse eignet sich dieser vor allem für zerklüftetes Gebiet. Die Fa. Wyssen erzielt mit den Produkten und seinem Know-how für Lawinensicherung heute etwa 40 % des Jahresumsatzes. An zwei Tagen im Mai konnten die Brüder Jakob und Ernst sowie deren Neffe Samuel Wyssen – als Aktionäre der Wyssen Seilbahnen AG – etwa 1.000 geladene Gäste zum 80-jährigen Firmenjubiläum begrüßen. Neben der Präsentation der Werkstätten und Geräte war ausreichend Zeit, um gemeinsam bei Speis und Trank das Fest zu begehen.
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